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Auf eiszeitlichen Spuren im Neandertal – Gemütliche Wanderung an der Düssel

Auerochsen, Wisente und Tarpane begleiten uns an diesem frischen Frühlingstag durch das idyllische Tal der Düssel. Diese kleine Rundtour von knapp 8km zeigt uns eine sehr pittoreske Seite des Industrielandes NRW. Und natürlich, wer kennt ihn nicht, ist die Fundstelle des Neandertalers hier für alles namensgebend und ebendiese ein Highlight am Wegesrand.

Wenn die weich aussehenden Nasen der Auerochsen sich durchs Gras wühlen, bleibt mein Blick immer wieder an den majestätischen Hörnern hängen. Unberührt von den vielen Blicken der Wandernden genießen die Rinder das erste frische Gras des Jahres. Aufgrund seiner Bekanntheit ist das Eiszeitliche Wildgehege ein Magnet an sonnigen Tagen und die Wege gut ausgetreten, und dennoch schafft es das Tal mit der gluckernden Düssel, mich in seinen Bann zu ziehen.

Neanderkirche in Hochdahl

Wir starten am Bahnhof Hochdahl – schön ist es hier nicht, aber die Parkmöglichkeiten sind erheblich besser, als wenn wir direkt am Neandertalmuseum geparkt hätten. Wir folgen unserem GPS und erreichen nach einigen städtischen Wanderminuten das Neandertal per pedes. Und hier steppt schon der Bär – die in der Sonne glitzernde Autokolonne und wild herumlaufenden Familien erinnern uns daran, dass wir gut daran getan haben, weiter weg zu parken.

Wir wenden uns flugs nach rechts und folgen dem komfortablen Waldweg an der Düssel entlang. Jetzt sind die Bäume und Büsche noch kahl, der Wald noch im Winterschlaf. Aber der kleine Fluss gluckert fröhlich und verheißungsvoll vor sich hin. An einem heißen Sommertag ist ein Wiedersehen Pflicht!

Skulptur eines Auerochsen an der Sommerweide
Querung der Düssel

Wir überholen Omis mit Rollator und Papas mit quengeligen Kinderwagen. Die Sonne sucht sich ihren Weg durch das kahle Geäst und kitzelt meine gute Laune aus mir heraus.

Da das Neandertal seit 1921 unter Naturschutz steht, sind die Wälder wunderbar urig und vielfältig. Die Runde führt uns im Grunde um alle Gehege der Tiere im Eiszeitwildgehege herum. Wir nehmen noch den Bahnhof Hochdahl-Millrath mit (vielleicht ein noch besserer Startpunkt als unserer, weil er direkt an der Strecke liegt und im Grünen!) und steigen dann wieder hinab ins Neandertal.

Wisente bei der Siesta
Auerochsen mit ihren wilden Hörnern

Kaum vorstellbar, dass dieses weiche Tal einmal eine schmale Klamm war und erst im Zuge des Kalkabbaus seine heutige Form erhielt. 1856 war es dann so weit und die Überreste des Neandertalers wurden gefunden. Heute weist ein glänzender riesiger Pfeil auf die Fundstelle hin und lässt mich einmal kurz nachdenklich werden, dass wir Homo Sapiens auch nur Teil eines großen Ganzen sind.

Die letzten Meter unserer Wanderung führt uns wieder hoch zum Bahnhof Hochdahl – diesmal aber mit deutlich mehr Wald um uns herum. Wir landen in einem Wohngebiet, erklimmen die restlichen Höhenmeter und finden uns prompt wieder in der uns hier so wohlbekannten Industrie. Irre, wie schnell wir einfach weg von alldem waren.

Fundstelle des Neandertalers im Jahr 1856
Lichte Wälder, angenehme Wege

Wer mag, kann noch einen Abstecher ins Neandertalmuseum unternehmen – ein absolut interaktives und spannendes Museum hier im wanderbaren Nordrhein-Westfalen.

Mehr zum Wildgehege

Zum Neanderthal Museum

2 Kommentare zu “Auf eiszeitlichen Spuren im Neandertal – Gemütliche Wanderung an der Düssel

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