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Wanderung zum azurblauen Canyon im Teutoburger Wald

Es riecht überall nach Frühling: Nach warmer Sonne, zarten Blüten und ein wenig kuscheliger Alpaka-Wolle. Diese Wanderung durch den Teutoburger Wald ist geprägt von gemütlichen Pfaden, grün gerahmten Aussichten und einem Blick in NRWs azurblauen ‚Canyon‘.

Wenn der Frühling flüstert im Teutoburger Wald

Eigentlich habe ich mich zu Beginn der Wanderung nur auf den Blick zum Canyon gefreut und dabei fast die Schönheit des übrigen Weges übersehen. So richtig billiger Influencer-Style: nur das eine Motiv zählt und der Rest ist notwendiges Beiwerk. Zum Glück hat mich an dem Tag schnell meine übliche Fotowut gepackt und mich schnell wieder auf den Boden der Tatsachen geholt – in den Wald hinein, zu den kleinen zarten Blättern und eben zu dem Frühling, der so lebensfroh erwachte. Und was wäre es bitte für eine Verschwendung gewesen bei den 11km neun nur zu laufen, um anzukommen. Ich wandere doch, um den Weg zu genießen. Und so konnte ich nach ein paar ersten hektischen Metern meine Influencer-Haut abstreifen und wieder ich selbst sein. Puh. Muss echt anstrengend sein als richtige Influencerin.

Weite Felder, wollige Freunde

Auf Wald- und Wiesenwegen wandern wir durch die Weite des Teutoburger Waldes. Ich kenne diese Gegend hier nicht gut und war überrascht, dass wir insgesamt doch auf 337Hm kamen. Das ist natürlich nur ein Quäntchen im Vergleich zu anderen Wanderungen. Und dennoch dachte ich nicht, dass es hier auch nur Hügel geben würde, geschweige denn einen Canyon.

Als dieser Wanderweg gebaut wurde, waren auf jeden Fall Genießer am Werk. Ich hätte mich an fast jeder Ecke für ein Päuschen mit Weitblick hinsetzen können. Wie ungemein idyllisch und erfrischend diese Landschaft doch ist. Geprägt durch die Landwirtschaft, wechselt sich unser Weg immer wieder mit kurzen Straßenabschnitten ab, um dann wieder auf weichen, warmen Waldboden zu wechseln.
Einer der Straßenabschnitte führt uns auch an einem Hof vorbei, auf dem schiefzahnige Alpakas ihr Zuhause haben. Noch nie bin ich so gern Asphalt gelaufen – wenn ich dafür eine Runde Wollfreude sehen kann, sehr gern! Neugierig wie nix kam die Herde zum Zaun, um uns zu beschnuppern. Was für ein Glück! Da kann der Canyon ja beinah einstecken. Ich bitte euch, was gibt es besseres, als einem Alpaka beim Wassertreten zuzuschauen?!

Canyon von oben – Einblicke in ein Naturschutzgebiet

Der Canyon versteckt sich ein wenig, denn um zu einer der Aussichtsplattformen zu kommen, zweigt der Wanderweg vom Hauptweg ab und eher zufällig finden wir dann den Canyon-Blick. Hoppla, fast wären wir dran vorbeigelaufen, weil ich gedacht hätte, dass der Weg breiter ausgetreten sein müsste. Das wäre es ja noch gewesen – beim euphorischen Quatschen mit meinen Wanderbegleitungen latschen wir am Namensgeber der Rundwanderung vorbei.

Als wir ankommen, staune ich nicht schlecht. Das Wasser ist wirklich so azurblau, wie ich es vorher beim Raussuchen der Tour auf Bildern gesehen hatte. Der ‚Canyon‘ ist ein 1977 stillgelegter Kalksteinbruch, in dem sich am Boden Wasser gesammelt hat. Die Flora und Fauna hat diesen kargen Boden gern aufgenommen, sodass nach gut zehn Jahren dieser Bereich zum Naturschutzgebiet ausgerufen wurde. Orchideen und Co bedanken sich recht herzlich. Baden darf man also nicht in diesem paradiesisch aussehenden Wasser – mir reicht auch völlig der Blick von oben. Bei gutem Wetter kann man bis nach Münster schauen.

Ein paar weitere Wanderer tauchen auf, verscheuchen uns mit ihren quakigen Stimmen. Wir suchen uns kurz vor Ende der Route ein hübsches Aussichtstürmchen und rasten ein letztes Mal. Schließlich muss der Proviant weggefuttert sein, bevor wir uns in Tecklenburg eine sauleckere Pommes gönnen!

3 Kommentare zu “Wanderung zum azurblauen Canyon im Teutoburger Wald

  1. Moin Mädel.
    Ja, ja die Teutoschleifen sind alle sehr schön und ja nach körperlichem Vermögen unterschiedlich lang. Als Du die Canyon Tour gemacht hast waren wir rund um das ‚Hockende Weib‘ unterwegs. Auch eine Schleife… und wer sich eine komplette Schleife nicht zutraut, der läuft halt das Schleifchen, das auch oft angeboten wird.
    Tja, hätten wir statt das Weibes den Canyon besucht dann hätten wir uns getroffen. Schade…. 😏

    1. Moin Jörg,
      ist ja irre. Du bist der zweite, der mir zu dieser Tour das Hockende Weib empfiehlt. Zack, ist auf meiner Liste. :)
      Oh, meinst Du, wir hätten uns erkannt? Wahrscheinlich hätten wir uns gegenseitig blöd angeschaut, weil wir nicht die digitale mit der realen zusammengekriegt hätten. DAS wäre dann allerdings ein perfekter Post für IG gewesen^^

      Lieben Gruß
      Corinna

  2. Liebe Corinna,
    das sieht ja richtig schön aus – vor allem die Farbe des Wassers.
    Bisher habe ich noch nie was von der Teutoschleife gehört.

    Schön, dass Du uns das hier zeigst.
    Ganz liebe Grüße
    Bine

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