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Mein leicht chaotisches SUP-Erlebnis in Hollands Grachten

Etwas wackelig stehe ich auf meinem SUP, erinnere mich, wie ich am besten stehen sollte. Schulterbreit, leicht in den Knien, und natürlich völlig entspannt. Ich merke unter meinem Hardboard die leichten Wogen und bin froh, gemütlich in einer windgeschützten Gracht zu stehpaddeln.

Eine fixe Idee: SUP in Holland mieten 

Als ich die fixe Idee bekam in Holland suppen zu wollen, fürchtete ich fast, dass das nur am Meer ginge – was für ein Spaß mit dem vielen Wind. Nicht. Zum Glück gibt es aber an der einen oder anderen Stelle auch Binnengewässer, die eine entspannte Runde auf dem Board möglich machen und so suchte ich in der Region Nord-Holland nach einem SUP-Verleih. Diese kleine Auszeit mit anschließender Frittenverkostung am Hafen wollte ich nämlich einer Freundin zum Geburtstag schenken.

Irgendwie ging ich davon aus, dass der SUP-Hype auch die Niederlande erreicht hätte, aber so ganz ist dies wohl nicht der Fall. Es gab km Netz deutlich weniger Verleihe, als ich gedacht hätte.

In meiner Vorstellung fabulierte ich auch, dass es auf jeden Fall einen Verleih an einem See geben würde, denn sowohl am Molvenosee als auch am Bodensee war ich selbst suppen. Klare Kiste, Google Maps anschmeißen und Seen in Holland abscannen.

Und ja, ich wurde fündig an einem See. Mein Plan war perfekt. Als wir allerdings dort ankamen, parkten wir an einem Hafen. Kein Natursee, kein Verleih, weit und breit. Das ging ja gut los… Ich hatte 4 Stunden babyfrei und hab quasi jede Minute davon exakt verplant. Wo also bitte war nun der verdammte Verleih? Und müssen wir dann die SUPs über den Parkplatz zum Hafen schleifen, um sie dort zwischen den Booten ins Wasser zu hieven? Absurd. Aber ich sah keine andere Möglichkeit.

Unterwegs in holländischen Grachten

Wie begrenzt mein See-fixierter Blick doch war, weiß ich heute. Es stimmte schon, der Verleih war am See, quasi. Aber nur an einem Zulauf zum See. An einer wunderschön idyllischen Gracht. Da es aber keine Schilder gab, wo der Verleih zu finden war, fuhren wir bestimmt fünf oder sechs Mal dran vorbei, stiefelten durch den Hafen auf der Suche nach dieser Hütte. 

Und dann endlich – quasi aufm Feld mit kleiner Holzhütte und Dixieklo lugten die farbenfrohen Plastikkanus und SUPs zwischen den Bäumen hervor. Warum ist mir das nicht eher aufgefallen? Können die bitte irgendwo ein Schild aufstellen? Ich hatte Zeitdruck.

Mit dem SUP hinter den Gärten entlang 

Wir besorgten uns zwei SUPs, bekamen eine hinreißende Einführung (da die Füße hin, so das Paddel halten, hier ist eine Karte für Touren), schleiften sie einmal über den Fahrradweg (worüber auch sonst in Holland) und paddelten auch schon los. Wir waren unterwegs, finally.  Es beruhigte sich mein Puls, ich sog die Natur in mich auf, jetzt war ich wieder bei mir.

Wir paddelten an privaten Gärten vorbei und an noch schmaleren mit Dünengras gesäumten Grachten. Hin und wieder bogen wir in die kleinen Wasserläufe ab und schauten, ob es dort Enten oder anderes Getier zu entdecken gab. 

Ich vermied es zunächst tunlichst in diesem fucking idyllischen Moment die Beine ins Wasser zu strecken, denn das Wasser war echt bräunlich. Jaja, wenn die Felder gedüngt werden und dann alles in die Grachten abfließt, kommt das nunmal vor.

Aber nach ein paar Minuten war mir das egal, war ja nur verdünnter Mist. Auf jeden Fall angenehm kühl an diesem Sommertag.

Mein Zeitplan war dahin, weil wir so lange den Verleih am See gesucht hatten und so konnten wir selbst die kleinste SUP-Rundtour von zwei Stunden vergessen. Uns blieb mit Fritten und Rückfahrt noch eine Stunde auf dem Wasser. Also dümpelten wir umher, quatschen viel und ließen eben die Beine ins braune Wasser baumeln. Es war perfekt. In diesem Moment war alles andere egal: Die unfreundliche Besitzerin, die Suche nach dem Verleih, das echt schlechte Hardboard und mein schlechtes Zeitmanagement – alles geriet in Vergessenheit, wir hatten einen Mordsspaß und danach eine herrliche Portion Fritten am Hafen.

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