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Ode an die Usseligkeit

Schätzelein, jetzt ist nicht die Zeit für große Touren und instagramable Content. Es ist Zeit, die nächsten paar fünfzig Zentimeter vor der eigenen Haustür zu erforschen und nicht wie die Irren von einer Schneeflocke zur nächsten zu pilgern. Und glaube mir, ich beneide diejenigen sehr, die in ‚ihrem Tanzbereich‘ gewaltige Natur und wunderschöne puderbedeckte Berge sehen können. Und was seh ich? Das mondäne Ruhrgrau mit der Hoffnung auf drei Schneeflocken. Es ist für mich also an der Zeit, eine Ode an die Usseligkeit zu verfassen. 


Usseligkeit, oh, Du Usseligkeit.

Bist immer da. Wie ein schmieriger Geliebter, den man nicht mehr mit netten Worten los wird.

Bist gefräßig mit Deinen langen kahlen Ästen, die schlotternd in den Himmel ragen.

Du versteckt Dich nicht hinter flauschigem Nebel. Dich seh ich immer winterklar vor mir. Oh, Usseligkeit.

Deine Schwestern Schneetreiben und Nassgewitter sind solche Schönheiten voller kleiner Wunder, doch Du hüllst Dich nur in Deinen grauen Mantel und harrst der Dinge, die da lauern werden.

Oh Usseligkeit, wie kann ich nur immer wieder versuchen, Dein Antlitz auf ein Foto zu bannen, es ist doch immer ein Versagen meinerseits. 
Schau ich nur aufs Detail, verkenn ich Deine gewaltige Natur.

Fotografiere ich Dich im Vollen, wirkst Du öde und steif.
Oh Usseligkeit, dabei liebe ich Dich, wie Du bist.

Deine Tristesse ist mein Freiraum.
Dein grauer Mantel ist mein Traum eines bunten Pareos.
Und Dein monotones Rauschen ist meine Hymne eines Neuanfangs.
Oh Usseligkeit, Dank Dir bleibt mir Zeit zum Denken. Danke.

Ein Gedanke zu “Ode an die Usseligkeit

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