Luftiger Genuss: Outdoor-Dinner in den Baumwipfeln

Ist es unschicklich, beim Abendessen immer noch seinen Klettergurt anzubehalten? Nicht, wenn man beim Dinner im Baum, in luftigen 9m Höhe, sitzt und erst zu seinem 3-Gäge-Menü aus regionalen Köstlichkeiten hinklettern musste.

Und genau diese Instruktionen bekamen wir, als wir noch festen Boden unter den Füßen hatten: Bitte den Klettergurt anbehalten und sich mit den Karabinern an den extra dafür vorgesehenen Schlingen sichern. Den Helm kann man während des Essens ruhig abnehmen – schließlich sei es ja ein Dinner und kein Picknick. Spiegel für eine perfekte Frisur könnten eventuell beim Team angefragt werden.

 

Und dann ging’s auch schon hoch hinaus. Wir hatten die Parcours natürlich in den Stunden zuvor ausgiebigst getestet und waren nun eigentlich froh, schnell zum Essen zu kommen und unsere müden Hände etwas zu entspannen. Tja, blöd nur, wenn man angegeben hat, dass man ‚ganz gut im Klettern‘ sei – unser Tisch war einer derjenigen, der am weitesten vom Einstieg entfernt war. Also hieß es, 3 Elemente für Starke und Mutige zu durchklettern, bevor wir uns in einer luftigen Höhe von ca. 9m an einem kleinen Holztisch niederlassen konnten. Extra für das Dinner werden manche Plattformen um ein paar Planken erweitert, damit Platz ist für einen kleinen Tisch und zwei Stühle.

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Natürlich war der Tisch noch nicht gedeckt – man musste ja noch ein wenig was fürs Abendessen tun. Jeder Baum mit Dinnerplattform hatte ein Körbchen mit Seil bekommen, das immer wieder händisch hoch- und runtergelassen werden konnte und dabei immer leckere Neuigkeiten mit sich brachte.

Die erste Beladung des Körbchens bestand aus einem Getränkerucksack mit zuvor bestellten Getränken, Stuhlkissen, einer Tischdecke, Stoffservietten, Besteck, Getränkekarten und einem Apéritif – der kulinarische Teil des Abends konnte nun in Ruhe beginnen!
Das Menü in diesem Jahr besteht aus geräucherter Schwarzwaldforelle an Blattsalat mit Merretich, gefolgt von zartem Rehragout mit Semmelknödel samt einem Mix aus Wildpreiselbeeren und Birnen und als Dessert gibt es rote Waldbeerengrütze mit Vanilleeis.

Nach der Kletterei zuvor war das genau das richtige, aber die Portionen waren echt mächtig – schließlich hatte man noch den Rückweg im Hochseilgarten vor sich!
Allerdings wurde uns vorher schon gesagt, dass man sich nach dem Essen direkt auch abseilen lassen könne – wenn man zu müde ist, der Bauch zu voll ist oder man schon angeschwipst ist. Aber hey, wo bleibt da die Ehre?!

Dinner im Baum – oder wie umsichtig man sich bewegen kann

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Das Essenskörbchen fürs Dinner

Jeder Gang war super aufregend, denn ob die Teller oben im Baum auch so ankommen, wie sie unten reingestellt wurden, hing nur an demjenigen, der das Körbchen hochgezogen hat (ich habe das natürlich gern dem Manne überlassen). Und natürlich sitzt man gesichert im Baum, trotzdem ist es recht abschüssig um einen herum und die Wespen am Tisch haben uns in mancher Minute zu echten Geduldsspielen herausgefordert. Hier in Panik zu geraten, wäre eine arg schlechte Idee gewesen.

Unter uns flitzten die Mitarbeiter des Waldseilgartens herum, immer darauf bedacht, die Körbchen schnell zu leeren oder den nächsten Gang zu servieren. Oben sah man ein paar der anderen Tische auf anderen Plateaus in der Nähe. Als schließlich noch kleine Laternen mit Kerzen hochgeschickt wurden, war das Ambiente perfekt romantisch. Das beruhigende Kerzenlicht kombiniert mit den leisen Geräuschen des abendlichen Waldes haben diese Stunden unvergesslich werden lassen.

Nach 3 Stunden klettern und 3 Stunden Dinner im Baum hatten wir wieder Waldboden unter unseren Füßen und waren absolut vollgefuttert und zufrieden. Der Rückweg über die einzelnen Parcours-Stücke war zugegebenermaßen etwas beschwerlich, der Bauch war ständig im Weg, aber natürlich sind wir selbständig wieder runtergekommen und haben uns nicht abseilen lassen.

Ich hätte nicht gedacht, dass man so lange oben in den Wipfeln sitzt und schmaust, aber es ist eine absolut entschleunigte Angelegenheit und gerade auch deswegen so schön. Das Dinner im Baum ist nicht ganz günstig mit 79€ p.P., allerdings ist hier das Klettern, die Ausrüstung, ein 3-Gänge-Menü aus einem regionalen Restaurant mit Apéritif und die gesamte Logistik mitinbegriffen. Die Getränke werden noch separat abgerechnet, sodass man sich ganz spontan am Tag selbst entscheiden kann.

Was für ein tolles Outdoor-Abendessen im Waldseilgarten Herrenberg.

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Romantisches Ambiente in luftiger Höhe

2 Kommentare zu “Luftiger Genuss: Outdoor-Dinner in den Baumwipfeln

  1. Wooohoo, wie genial ist das denn! Also ich finde 79 Euro ehrlich gesagt für das Klettern und so ein Mahl doch ziemlich günstig. Also wenn ich in der Gegend wohnen würde, ich wäre sofort dabei! :) So ist es leider für mich ne kleine Weltreise.
    Aber: Super cool, ne tolle Idee.
    LG /inka

    1. Hey Inka,

      wenn man das Gesamtpaket betrachtet, sind 79Euro wirklich ein sehr gute Preis-Leistungs-Verhältnis – man darfs halt nicht als „Pommes-Currywurst“-Abendessen plus einmal Klettern verstehen ;)

      Und du hast Recht, dieses Event ist bislang einmal in Deutschland. Dabei ist das sooooo cool!

      Liebe Grüße!

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