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Wie mir der Slemenova Špica ein echtes ‚Wow!‘ entlockte

Kurze Gipfel-Wanderung im Triglav Nationalpark

Ich vergaß kurz die Gummibärchen in meiner Hand, denn dieses Panorama war so wunderschön! Wir standen am Gipfel des unspektakulär grasbewachsenen Slemenova Špica im Triglav Nationalpark und schwitzten wie bolle. Aber nicht, weil der Aufstieg so schwer war, sondern weil es einfach so heiß und schwül war heute. Dieser Wanderhappen ist für fast alle sehr gut machbar – es sei denn, man hat eine Menschenallergie.

Aufstieg vom Pass aus
Hallelujah, hier wird echt wild geparkt

Zu DEM Aussichtsgipfel in den Julischen Alpen

Während unseres Urlaubs in Slowenien wanderten wir oft aufgrund der Hitze an der Soča entlang, um immer mal wieder schnell ins kühle Nass zu hüpfen. Aber natürlich wollten wir auch Gipfel jagen und so folgten wir naiv einer gelungen aussehenden Wandertour in unserem Wanderführer für Familien. Zwar stand im Buch, dass die Parkplätze schnell rar werden könnten und auch, dass es einer der beliebtesten Aussichtsgipfel im Nationalpark sei, aber ich schaute eher auf Routenführung, Höhenmeter und Kilometer. Und so kam es, dass wir zwar früh, aber nicht früh genug am Vršič Pass ankamen, um einen Parkplatz zu suchen. Hallelujah, hier steppte der Bär und wir mittendrin. Wir schafften es, uns einen Parkplatz am Rande zu sichern, beobachteten, wie andere Autos beim Versuch in eine unebene Parklücke zu fahren, immer wieder hart aufsetzten, und atmeten tief durch, als wir dann endlich in den Anstieg gingen.

happy me – weil Gipfel im Visir
Die geröllige Wegführung

Wir waren zu siebt unterwegs – vier Erwachsene und drei Kinder. Die angeschlagene Gehzeit vom Wanderschild mit 1.10 Stunde erschien uns sehr gut machbar.

Über gut ausgetretene Wege zum Slemenova Špica

Ich fand diese Tour auch deswegen so spannend, weil wir mit relativ wenigen Höhenmetern (480Hm) bis auf 1.970m kamen. Denn hier im Triglav Nationalpark schien es mir sehr beliebt zu sein, um die 2.000Hm für einen Gipfel in Kauf zu nehmen, was mit den Zwergen natürlich einfach nicht drin war. Zudem war es wirklich sehr heiß hier tagsüber, sodass ich nicht zwingend in der Mittagshitze noch drölfzig Höhenmeter zurücklegen wollte. Die Mittagshitze nahmen wir natürlich trotzdem voll mit, aber wir machten auch viele Pausen und konnten unsere Temperatur gut regulieren.

Bergsommer = Bergblümchen
manchmal gabs noch etwas Schatten

Der Wanderweg war nicht zu verfehlen, denn wir waren auf dem Weg zu DEM Aussichtsberg natürlich nie die einzigen. Es war sehr international am Berg, alle waren extrem freundlich und geduldig, wenn wir manchmal für 5 Stufen gefühlt 15 Minuten brauchten. Meistens waren die Pfade auch breit genug, dass wir überholt werden konnten. Und manchmal waren die Kleinen so gut im Tritt, dass wir andere mit Volldampf überholen konnten.

Zunächst ging es einfach nur bergauf. Weg von der Passstraße, weg vom Rumoren der Motoren. Zum Glück starteten am Pass einige Touren, sodass sich nicht die ganze Wanderlawine in nur eine Richtung rollte. Außerdem entdeckten wir hin und wieder Hinterlassenschaften von Schafen, sodass wir hoffen durften, die wolligen Einheimischen noch anzutreffen.

Wir haben soooo viele Schmetterlinge gesehen

Auf dem Sattel, der dann kam, machten wir erst einmal eine Pause und konnten einen guten Teil unserer Tour vor uns sehen. Es ging bald wieder etwas hinab und mittels Karte und GPS schlussfolgerten wir, dass so ein schräger grasbewachsener „Hügel“ vor uns dieser berühmte Gipfel sein musste. Während die Zwerge nörgelten, weil Hunger, müde, heiß, überlegte ich mir aus dieser Entfernung, ob der grasige Gipfel die Nörgeleien wert war. Aber es ist ja nicht immer der Gipfel, der geil sein muss, sondern das, was man von dort aus sehen kann. Vor allem aber gingen wir weiter, weil wir den Zwergen einen Gipfel versprochen hatten und nicht, weil ich so euphorisch war. Wie dumm von mir, denn ich hätte wirklich was verpasst!

Ganz schön viel Geröll – deswegen wird die Tour auch nicht ganz einfach eingestuft

Gipfelschafe und eine Aussicht zum Niederknien

Wir folgten also weiter dem Wanderweg, um dann den letzten Anstieg auf einem relativ breiten Bergrücken zu meistern und über eine weite Wiese bis zum Gipfel zu trotten. Die Sonne war nun wirklich verdammt heiß und gerade auf den letzten Metern zum Grasgipfel gab es natürlich nur super wenig Schatten. Nicht einmal die kleinen Latschenkiefern wagten sich bis hier oben. Und schnell sahen wir auch, warum – denn hier dösten die Köttelfabrikanten, die wir schon viel weiter unten am Berg gesucht hatten: Schafe! Und nicht alle dösten, denn die Schafe hier kannten uns Menschen sehr gut und wussten, dass wir gerne Essen auf Berge schleppen. Wir sahen nicht nur einmal eine Gruppe Zweibeiner panisch aufspringen, weil die Schafe nonchalant sich der mitgebrachten Jause bedienten. Frechheit siegt, denn diesen wolligen Gesellen konnte man nicht böse sein – und sie ließen sich von ihrem Vorhaben auch wirklich nur sehr, sehr schwer abbringen.

Gipfel-Run^^
die wahren Eigentümer dieser Wiese

Mit diesem wertvollen Wissen im Hinterkopf erklommen wir die letzten paar Stufen (ja, richtig!) bis zum Gipfel. Der Weg war hier sehr breit und breitgetreten. Die Stufen sollten helfen, dass wir Trampelmenschen nicht noch den Rest des Gipfels abtrugen. Bitte haltet euch hier einfach an die ausgetretenen Wege, es tut dem Berg einfach sonst nicht gut.

Und dann kam der Moment, den ich nicht so ganz erwartet hab: Ich stand auf dem Gipfel des Slemenova Špica, sah hinab in die Ebene und wunderte mich, dass es DER Aussichtsgipfel hier sein sollte. Man schaute halt in die hügelige Ebene. Und dann drehte ich mich um, drehte mich um zu dem Massiv, das ich die ganze Zeit im Rücken hatte und das ich natürlich schon gesehen hab – aber sehen und sehen sind ja bekanntlich zwei unterschiedliche Dinge. Wow! Es war so ein perfektes Panorama. Es war ein so hübsches und erhabenes Bergmassiv. Ich meine: wow!

Einfach nur WOW!

Seelig machten wir unterhalb des Gipfels in einem Baumschatten unsere Pause – gut beobachtet von den flauschigen Bewohnern hier. Wir achteten extrem drauf, nicht spannend genug für die Schäfchen zu sein.

datt is mal ne Wand

Bald zogen wir wieder los – mit Kindern muss man doch wirklich nochmal andere Zeiten einrechnen. Wir entschieden uns auch, einfach denselben Weg zurückzugehen und nicht die Rundtour an der Bergflanke entlang zu gehen. Es sollte dort sehr geröllig sein und da benötigt man echt Konzentration. Wir nahmen lieber den bekannten Weg zurück, freuten uns, dass wir nicht vorher realisiert hatten, dass es DER Aussichtsgipfel im Triglav Nationalpark war, denn sonst hätten wir vielleicht keinen Bock gehabt, die Tour zu gehen.

Aber ich bin allemal froh, dass wir sie kennengelernt haben. Hey, so ein geiles Massiv! Nächstes Mal kommen wir wieder und dann geht’s mit alle Leut auf den Mala Mojstrovka, wenn die Zwergenbeine etwas länger sind.

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