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Alpiner Grenzgang im Triglav Nationalpark – Sonnenaufgangstour zwischen Italien und Slowenien

Werbung// Der Gipfel war heute gar nicht mein Ziel, ich wusste noch nicht einmal, ob auf den ausgewählten Gipfel wirklich ein Weg hinaufführte. Wir hatten Komoot und unsere Karte befragt, Höhenmeter und Kilometer bestimmt, den Wecker gestellt und den Rucksack gepackt. Um 4.30 Uhr klingelte er dann und ich traf Tine in der Küche unserer Ferienwohnung. Unsere Familien schliefen noch, neidisch war ich heute aber nicht drauf, denn wir zwei machten eine Sonnenaufgangstour. Wir wollten möglichst weit oben sein, wenn die ersten Sonnenstrahlen über die anderen Berge stieg.

Wanderung zum Sonnenaufgang zum Sella Ursic ab Parkplatz zum Mangart

Wir waren im Triglav Nationalpark, Slowenien. Der Urlaub war herrlich, die Zwerge ihrer Möglichkeiten nach gut drauf und es war heiß. Wirklich heiß. Und das, obwohl wir uns auf ca. 800m über NN befanden. Tagsüber stieg die Temperatur auf 34°C – und das war oberhalb der Baumgrenze beim Wandern nun wahrlich kein Spaß. Wir beschlossen also, unsere Mädels-Gipfeltour auf den ganz ganz frühen Morgen zu legen. Spätestens am Mittag wollten wir wieder unten sein.

Unsere Wahl fiel auf eine selbst gebaute Tour, da wir in der Nähe unserer Ferienbude starten und keinen der allzu bekannten Wege laufen wollten. Wir befanden uns fast direkt an der italienisch-slowenischen Grenze und da war es ja irgendwie naheliegend, sich die Grenzgipfel einmal näher anzuschauen. Dieses Terrain hier hat schon viel unschöne Menschengeschichte miterlebt – und wir liefen hier herum, mutig und frei im Herzen und nur den Rucksack mit Essen auf dem Rücken. Ich war sehr dankbar, im Hier und Jetzt sein zu dürfen. Ich war sehr dankbar, keine geschlossenen Grenzen erleben zu müssen. Und den Bergen sind Grenzen sowieso egal.

Durch die Morgendämmerung Richtung Mangart Alm

Wir parkten unser Vehikel direkt am Eingang der 12km Passstraße zum beliebten Mangart, von hier machten wir uns 20 Minuten entlang der Straße auf den Weg. Es war noch echt dunkel und so war ich sehr froh, meine Stirnlampe dabei zu haben. Vor allem, weil es einige Autos gab, die uns passierten, um zum Sonnenaufgang am Mangart-Sattel zu sein. Hölle, war hier ein Verkehr, damit hab ich um die Uhrzeit mal nicht gerechnet. Wie viel musste dann erst tagsüber am Mangart bitte los sein?

Wir bogen bald ab von der Straße und liefen durch Weideland, entlang eines alten, aber verdammt riesigen Felssturzes aus dem Jahr 2000, der im Mondlicht nochmal beeindruckender aussah. Bald waren wir an der Mangart Alm angelangt und hofften, dass auf unserem Rückweg der kleine Hofladen mit Schafprodukten würde offen haben.

Mangart Alm
Hallo neuer Morgen
Toller Wald, steiler Wald

Für uns hieß es nun einfach geradeaus den Berg hoch bis zum Sella Ursic. Vor der Mangart Alm bogen wir ab und liefen parallel zum ‚Kiesbett‘ des Felssturzes den Berg hinauf durch den Wald. Sobald wir die steile Forststraße verlassen hatten, konnten wir uns in der Dämmerung auch gut an den Wanderzeichen an den Bäumen orientieren. Aber hey, es ging einfach nur geradeaus bergauf, das war wirklich einfach. Und einfach anstrengend.

Zum Sonnenaufgang am Sella Ursic

Wir haben es nicht ganz geschafft, oben am Sattel zu sein, als die Sonne ihre Strahlen über die Bergkämme warf. Aber wir waren aus dem Wald heraus und durften ein atemberaubendes Panorama genießen. Und wir hatten auch schon mehr als die Hälfte unserer 900Hm hinter uns. Der Wald wich einem kleinwüchsigen Wald aus Latschenkiefern, durch den sich ein einziger schmaler Pfad schlängelte. Dies war definitiv ein Wanderweg, aber so richtig oft wurde er wohl nicht begangen. Umso ruhiger und idyllischer für uns.

Um 7:23 Uhr erreichten wir den Sella Ursic und sahen die Grenzsteine artig aufgestellt. Leider lag hier noch der lange Schatten eines Berges drauf, sodass wir uns entschieden, zur noch besseren Aussichtsstelle La Portella zu laufen. Gesagt, getan und keine 20 Minuten später saßen wir beseelt und verschwitzt in der aufgehenden Morgensonne und mampften unser mitgebrachtes Porridge. Frühstück mit Aussicht. So mag ichs am liebsten! Hier oben war niemand, wir hörten nichts – hier war ich geerdet.

La Portella zur richtigen Frühstückszeit
Here comes the sun

Ich zog mein nasses Shirt aus und meine dünne Jacke wieder an – trocken ließ sich die Pause noch viel besser genießen. Denn obwohl es auch an diesem Tag 34°C geben sollte, war es frisch morgens und ich war dankbar, dass ich diesen Layer eingepackt hatte. Wie immer ist das Zwiebel- und Lagenprinzip Gold wert. Das weiß adidas natürlich auch schon lange und lädt euch als meine Lesenden ein, sich verschiedene Hoodies für Damen anzuschauen. Ich denke mal, dass da für jede Pause ein passender, kuscheliger Hoodie dabei ist.

Guten Appetit!
Zum Niederknien

Gipfel-Poker oder: wie steil will ich gehen?

Wir waren schon auf einer guten Höhe, wollten aber noch weiter nach oben. Da gab es einen Gipfel, laut Komoot war er gangbar, auf Fotos haben wir Kinder am Gipfel gesehen – also machbar, dachten wir. Der Gipfel des Ursic di Raibl war über einen kleinen Sattel zu erreichen, auf dessen Weg wir die eigentlich schönste Stelle der gesamten Tour kennenlernten. Wir mussten ein Stück des Weges wieder zurückgehen, um dann auf einen unmarkierten Trampelpfad hinauf in die Gipfelgegend abzubiegen. Der Weg war nicht schwierig, die Latschen dufteten in der Stille der Morgensonne, verdammt brannte die schon.

Es folgten ein paar kleine Schotterquerungen und dann standen wir vor einem Band, auf dem wir nur geduckt gehen konnten. Es führte um einen großen Felsen herum und der Blick von hier mit diesem Felsen war einmalig! Allein für diesen Anblick hat die Tour sich schon sowas von gelohnt. Und darf ich erwähnen, dass wir bislang immer noch nicht eine einzige Person gehört oder gesehen haben?

Take a seat

Danach folgte eine echt schottrige Rinne, die ich nicht gern mochte, aber die halt sein musste. Angekommen am Sattel, wartete natürlich schon wieder ein Grenzstein auf uns – sehr nett, dass hier so viele Sitzmöglichkeiten gebaut wurden. Tine und ich wandten uns dann nach links und sahen den Ursic di Raibl vor uns aufragen. Rechterhand führte auch ein schmaler Pfad hinauf zum Mali Grintavec. Laut unserer Recherche war der Weg nach links einfacher, also freuten wir uns drauf, bald auf dem Gipfel stehen zu können. Aber hey, was soll ich sagen? Der Weg war schmal und ausgesetzt, dann bog von diesem ein Gamspfad steil nach oben ab. Das GPS beharrte darauf, dass wir richtig waren, ich war defintiv nicht mehr innerhalb meiner Komfortzone, aber es ging noch. Wir kraxelten weiter, immer darauf bedacht, den richtigen Pfad zu entdecken. Ein Flatterband zeigte uns irgendwann, dass hier an dieser Stelle wirklich der Weg sein sollte. Mein Bauchgefühl hielt nicht viel von dem rot-weißen Geflattere. Ich wollte nicht mutig sein, ich wollte wieder runter. Im Abstieg rutschte ich mehr aufm Hintern als dass ich kletterte – mein Bärenspray rutschte mir aus der Tasche. Gebraucht hab ichs eh nicht.

bissl steil
…nicht gut, mein Bauchgefühl

Als wir wieder am Grenzstein ankamen, berieten wir uns. Was jetzt? Laut Komoot sollte der Gipfel rechter Hand deutlich schwieriger sein, aber der Weg sah von hier unten wirklich einladend aus. Wir versuchten es also – und waren fast in Nullkomma nix aufm Gipfel. Keine Ahnung, was da an den Angaben oder an unserem Können scheiterte, auf jeden Fall fühlte ich mich die ganze Zeit auf dem Pfad wohl und hatte Spaß an der Kraxelei. Was will man mehr?

Wir waren also auf dem Gipfel des Mali Grintavec, sogar noch ein paar Meter höher als der andere. Und als wir uns dort oben beglückwünschten, sahen wir hinüber zur anderen Flanke und stellten fest, dass wir es dort gar nicht weit gebracht hatten und wir noch einen echt langen Weg zum Gipfel gehabt hätten. Keine Ahnung, wie da Kinder hochgekommen sind. Meins war’s auf jeden Fall nicht und das war auch total ok. Wir hatten eine herrliche Aussicht auf ‚unserem Gipfel‘ und auch einen entspannten Abstieg ohne Hinternrutschereien.

Am Gipfel des Mali Grintavec!
Abstieg von unserem Gipfel
Grenzstein zwischen Slowenien und Italien
Latschen durch den Latschnkiefernwald – wo ist Tine?

Abstieg im Schatten des Waldes

Da wir die Tour selbst und schnell geplant hatten, bestand unser Abstieg aus demselben Weg wie der Aufstieg. Wir wussten also, wann wir in den schützenden Wald wieder absteigen würden. Und obwohl dieser so steil wie nix war, freute ich mich drauf, denn langsam begann die Sonne ein wenig zu brutzeln und ich wollte auf gar keinen Fall mittags oberhalb der Baumgrenze sein. Übrigens trafen wir erst in diesem Abschnitt der Tour auf Menschen. Und ich fand sie verdammt laut. Und ich fragte mich, warum sie jetzt aufstiegen, da es oben doch so heiß war. Und warum sie nicht die wunderschöne Morgenstimmung wie wir mitgenommen haben.

Später hatten wir wirklich das Glück, dass der kleine Laden an der Mangart Alm geöffnet hatte und wir Schafskäse direkt aus den Bergen mitnehmen konnten. Besser hätte diese wunderschöne Tour nicht enden können.

Mangart Alm in der Vormittagssonne
Alles von der Alm. Fast alles mit Schaferzeugnissen.

Dieser Blogbeitrag entstand in Zusammenarbeit mit adidas. Meine Meinung ist wie immer meine eigene.

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