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Namibia callin‘ – meine erste Gruppenreise

Ich und Gruppenreise? Das passt genauso zusammen wie Frosch und Ballett. Nicht. Und trotzdem bin ich diesen Sommer 3 Wochen lang unterwegs in einer Gruppe, mit deutschsprachigem Guide, mit festgelegter fremdorganisierter Route und irgendwo in Afrika.

Whaaaaaaaaat?

Ich sag’s euch, als der Urlaub feststand, wurde ich mir auch erst dann bewusst, was für ein Sommer das wird. Zum einen, wann war ich das letzte Mal für 3 verdammt gute lange Wochen im Urlaub? Frei, raus, weg? Und zum anderen: Eine Gruppenreise? Ich? Freiwillig? Auf jeden Fall!!!

Mein erstes Date mit dem afrikanischen Kontinent

Und das kam nämlich so: Ich war noch nie außerhalb Europas. Also nicht ernsthaft, einmal 7 Tage Lanzarote, einmal 5 Tage Türkei. So richtig weit weit weg war ich noch nie. Alle Travel-Blogger der Welt können sich das wahrscheinlich gar nicht vorstellen. Und es ist ja nicht so, als hätte ich kein Fernweh. Aber nähere Ziele kamen mir immer dazwischen und waren dann einfach auch besser machbar (Kategorie: irgendwas ist immer).
Mich nervt es aber schon, dass ich viele Kulturen und Landschaften nur aus (sehr guten) Dokus kenne. Aber hey, selbst vor Ort
zu sein ist einfach etwas ganz anderes, oder?

Also hieß es für uns beide, auf zu unserer ersten langen Fernreise! Und wo soll’s hingehen? Tiere wollten wir beide sehen und so kamen wir durch eine Freundin auf Namibia und Botswana. Wir schauten uns erste Ideen für Rundtouren an, gerieten ins Schwärmen, ich las Blogartikel um Blogartikel über diese schönen und so vielfältigen Länder. Im Grunde war die Entscheidung bereits getroffen.

Namibia-Gruppenreise-Vorbereitung (1)
Ich fang schonmal an zu packen

 

Namibia und ich und meine Gedanken

Schnell lernte ich beim Lesen, dass Namibia lange Zeit deutsche Kolonie war als Deutsch-Südwestafrika und ich fühlte einen Fremdschämfaktor, wie es mir nur selten passiert. Man ey, was hatten denn bitteschön wir ollen Kartoffelfresser zwischen 1884 und 1915 dort unten zu suchen? Wie absurd dieses ganze System von Kolonien ist… Ich versteh es nicht und werde es nie verstehen.
Auf keinen Fall wollte ich den dicken weißen Europäer abgeben, der sich rund um die Uhr bedienen lässt
in seinem 5-Sterne Hotel. Daher kam dann auch unsere Entscheidung, dass wir keine einfache Standard-Tour machen wollten. Wir wollten näher ran, mehr dabei sein, pur sein (so pur es als Reisender sein kann).
Tja, und dann war da diese Abenteuer-Zelt-Safari. Wir haben eine Packliste bekommen, haben uns impfen lassen, Reisepässe geholt. Und jetzt sind es kaum noch 3 Wochen, bis es losgeht. Die letzten Einkäufe fürs Equipment (okay, eigentlich alle) werden getätigt, einige Fragen klären sich, andere tauchen auf. Der Countdown läuft.

Wer gießt unsere Blumen, wenn wir unterwegs sind? Nagen Hyänen gern an Zelten? Reicht LSF 30 oder besser 50? Wie weit geht das Maul von einem Nilpferd in Zentimetern auf? Ist mein Urlaubsantrag unterschrieben? Wie sehen die Camps dort aus? Haben wir unsere Bahntickets bis Frankfurt? Muss ich was beachten, wenn ich meine Menstruation kriege? Welchen Tagesruckack nehm ich mit? Welche Währung brauch ich, verdammt? Werde ich auch Äffchen sehen? Was gibt’s abends überm Lagerfeuer zu futtern?

Glaubt mir, in meinem Kopf drehen sich noch viel mehr Fragen. Und je mehr ich lese, desto mehr Fragen fallen mir ein. Von daher, einfach mal den Kopf abschalten.
Ich lese immer wieder die Tourenbeschreibung, jeden einzelnen Tagesablauf. Abends baut man das Camp gemeinsam auf, kocht gemeinsam, nachts sollte man nicht auf Klo gehen. Ohrstöpsel sind wichtig, sonst denkt man, der Elefant steht direkt neben dem eigenen Zelt. Wird er das denn vielleicht auch? Oh wow, ich weiß jetzt schon, dass ich einfach nur geflasht sein werde und hoffe, dass mein Strom reicht (Notiz an mich: noch eine Powerbank kaufen oder leihen).

Namibia-Gruppenreise-Vorbereitung (2)
Schonmal schmökern – Vorfreude!!!

Welche Klamotten nehm ich mit? Klar, meine gelbe Fjällräven-Hose. Oder ist die zu warm? Und außerdem soll man am besten gedecktere Farben beim Gamedrive tragen. Hmmmm, dann muss wohl doch besser eine andere Hose her. Und dann hol ich mir noch fix eine Bluse beim Kleiderkreisel, ist günstig und nachhaltig, da sie ja Secondhand ist.

Ich hab mir auch extra von einem guten Freund eine Kamera mit dickem Objektiv geliehen, bis 300mm. Dann kann ich dem Nilpferd aus sicherer Entfernung ins Nasenloch fotografieren – yeah.
Ach ja, und meine neuen Wanderschuhe muss ich vorher noch einlaufen. Vielleicht ja am nächsten Wochenende, da krieg ich nämlich nochmal Bergluft im Zillertal zu schnuppern. So viele Pläne, so viel noch zu tun. Ich freu mich!

Während ich so auf dem Bett liege und diesen Artikel auf meinem Handy schreibe, wähne ich mich schon fast im Zelt in Namibia. Die Tagträumerei geht manchmal mit mir durch, Vorfreude und manchmal auch Unsicherheit wechseln sich ab, es wird so ein tolles Abenteuer!

Außerdem… Ich kann Afrika fast schon hören – Ach, es ist Nico, der nebenan im Wohnzimmer den Film ‚Madagaskar‘ schaut.

Wenn ihr also noch heiße Safari-Tipps habt, dann gern her damit :D

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