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Günstig mit der Bahn in die Berge – meine Tipps für Flachlandtiroler

Manchmal finde ich mich sehr anstrengend. Da war ich gerader erst für ein paar Tage in den Bergen und kaum bin ich wieder zu Hause, fängt mein Kopf an zu spinnen, wann und wie ich das nächste Mal wieder dort sein kann. Allen, die nicht das Glück haben, direkt an oder in den Bergen zu wohnen, soll dieser Artikel helfen, wie man (einigermaßen) schnell und günstig in die Berge kommen kann.

Natürlich kann man sich immer ins Auto setzen und einfach drauflosdüsen, aber vom Ruhrpott bis in die Alpen bzw. Voralpen dauert das doch auch immer seine Zeit – vom Stau mal ganz abgesehen und fliegen ist ja auch nicht so geil fürs Klima. Daher möchte ich euch meine Tipps und Ideen fürs Reisen mit dem Zug vorstellen.

1. Findet ein einfaches Ziel

Die Krux ist ja, ein Ziel in den Bergen zu finden, das mit so wenig Zeit wie möglich erreicht werden kann und auch so zentral gelegen ist, dass man nicht 20x umsteigen muss, wenn man etwa mit dem Zug anreist. Ihr solltet euch mehrere Ziele im Vorhinein raussuchen, denn mit dieser Recherche kann man Tage verbringen und Sparangebote der Bahn kommen dann immer so plötzlich *hust*

Wenn einmal klar ist, wo man am leichtesten hinkommen kann, dann ist der nächste Schritt umso einfacher und deutlich weniger frustrierend und auch für weitere Reisen in die Berge (ich spreche aus Erfahrung).

Vom Ruhrpott aus komme ich z.B. mit recht wenigen (2-3) Umstiegen bis Oberstdorf (D), Basel (CH), Füssen (D), Innsbruck (A). Versucht wirklich so wenige Umstiege wie möglich bei eurer Fahrt zu wählen. Lieber etwas langsamer ans Ziel kommen als einen Anschluss zu verpassen.

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Gestern noch im Büro, heute Hüttenabend. Das wäre doch was, oder? (hier am Edmund-Probst-Haus)

2. Findet verschiedene Portale, Apps und tragt euch in Newsletter ein für günstige Bahn-Angebote

Es gibt ja immer wieder Aktionen der Deutschen Bahn oder LIDL, dass sie Tickets für wenig Geld raushauen. Ich habe mittlerweile eine kleine Menge an Quellen, die ich bei Suchteinsatz zu Rate ziehe:

  • fromatob.de (App)
  • Ltur Bahn (Website)
  • Bahn Sparpreis (Website)
  • nightjet.com (Newsletter)
  • LIDL (Newsletter)
  • DB (Newsletter)
  • Zugreiseblog (Twitter)
  • Urlaubspiraten (App)

3. Reist ‚unkonventionell‘ mit der Bahn

Klaro, toll wäre es, sich einfach in den Zug zu setzen ohne Zeit- und Geldnot. Aber die Realität sieht ja meist so aus, dass diese entspannten Verbindungen auch echt teuer sind. Also denkt um und sucht auch mal unkonventioneller:

  • Reist über Nacht: nach Österreich gibt es den coolen Nightjet, aber es geht auch mit normalen Fernzügen, wie uns Björn aus Hamburg zeigt. Er ist mal eben quer durch Schland gedüst, um den Heilbronner Weg am Wochenende zu gehen.
  • Reist ganz früh morgens – die Zugverbindungen ab ca. 4 Uhr morgens sind unchristlich, aber oft günstiger. Dann muss man halt am Abend vorher mal wirklich früh ins Bett gehen.
  • Oder wenn gar nix mit dem Zug geht, vielleicht gibt es ja auch eine Mitfahrgelegenheit (bei blablacar). Man kann super schlafen, wenn man durch Deutschland chauffiert wird.
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Zu unchristlicher Zeit am Bahnhof. Dafür war ich mittags in Oberstdorf

4. Zeitvertreib für eine längere Zugfahrt – (m)eine Beispielrechnung

Zugfahren ist für mich immer eine gute Wahl und man kann sich auch mehr bewegen, als wenn man im Auto herumdüst. Aber trotzdem ist die Zeit vom Pott bis in die Berge nicht ganz kurz, sodass es ein paar Bespaßungsideen braucht, um z.B. 6 Stunden Zugfahrt gut umzukriegen. Erste Anweisung von mir – direkt die Steckdose im ICE am Platz sichern, dann kann nix mehr schief gehen. Und dann:

  • Zieht euch vorher zwei Filme aufs Handy (einen pro Strecke) – am besten nicht aufs WLAN verlassen, das ist immer noch sehr ‚labil‘. Alternativ bietet die Bahn wohl auch kostenloses Maxdome in den ICEs an: maxdome on board (hab ich aber noch nicht getestet) (2 Stunden) 
  • Wenn ihr früh loszieht, nehmt euer Frühstück mit in den Zug und genießt es dort ganz in Ruhe, während draußen der Tag langsam erwacht. Kaffee ab in die Thermoskanne, die braucht ihr eh auf Tour. Außerdem könnt ihr euch am Bahnhof noch die aktuelle Zeitung holen – macht euch ein richtig gemütliches Frühstück und lest lange Zeitung – wann habt ihr das zum letzten Mal gemacht? Richtig. Am Ende der Zugfahrt könnt ihr die Zeitung liegenlassen. Ich etwa schaue gern in herrenlose Magazine. (1 Stunde – großzügig gerechnet)
  • Wer einen ebook-Reader besitzt, kann sich auch geschmeidig zum Lesen in eine andere Welt entführen lassen. Ich würde kein reales Buch mitnehmen, auch wenn ich sie liebe. Aber sie sind ‚totes Gewicht‘. Fürs Reisen ist eine digitale Bücherei Gold wert. Empfehlen kann ich auch, sich bei einer Stadtbibliothek anzumelden, die meisten Onleihen sind wirklich gut und in Summe echt günstig – ca. 20 Euro pro Jahr (2 Stunden)
  • Für Blogger-Kollegas: Bestimmt habt ihr noch einen Blogartikel, der eigentlich schon längst hätte veröffentlicht werden können? Jetzt habt ihr Zeit und Ruhe, ihn zu verfassen. Ich kann Blogartikel auf meinem Handy verfassen, ist nicht sehr komfortabel, aber ich bin jedes Mal stolz, wie viel ich auf solchen Zugfahrten schaffe und das macht es wieder wett. Schön Kopfhörer auf die Ohren und dann los. (2 Stunden)
  • Oder schlafen. Herrlich, da vergeht die Zeit wie im Fluge. Aber vergesst nicht, euch einen Wecker zu stellen. Sicher ist sicher, sonst landet ihr woanders, als ihr wolltet.
  • Und immer gilt natürlich: Aus dem Fenster starren und die Gedanken fliegen lassen, ist immer eine gute Sache. Vielleicht entdeckt man das ein oder andere dabei, wie in diesem Video:

 

Wenn ich meine ganzen Gedanken hier jetzt so niedergeschrieben lese, habe ich mir ja echt schon einiges dazu überlegt. Scheint ja wirklich ein Herzenswunsch von mir zu sein und trotzdem – in diesem Jahr, seit ich mein Basecamp umgezogen habe, war ich einmal mit der Bahn in den Bergen. Ich hab echt noch Luft nach oben, formulieren wir es mal so. Aber das Planen macht dabei sooooo viel Spaß!

Vielleicht habt ihr ja auch noch ein paar Ideen, um ‚mal eben‘ in die Berge zu kommen? Dann kann ich direkt meine nächste Fahrt planen. hihi

 

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2 Kommentare zu “Günstig mit der Bahn in die Berge – meine Tipps für Flachlandtiroler

  1. Jedes Mal, wenn ich auf der A3 im Stau stehe, denke ich mir… beim nächsten Mal fährste mit der Bahn :-) Passiert ist das bis heute natürlich noch nie. Gerade im Winter ist das aber vermutlich auch nervig mit dem ganzen Ski Equipment, oder?
    Ich hatte schon mal überlegt mit dem Autozug (glaube Düsseldorf -> Innsbruck ist die Verbindung) zu fahren und von da mit dem Wagen weiterzufahren. Hätte auch den Vorteil, dass man sämtliche Klamotten im Auto transportieren könnte. Aber das war dann auch schon wieder ziemlich teuer. Insbesondere wenn man ein Schlafabteil haben will, was bei einem Nachtzug ja durchaus von Vorteil ist :-D

    Bin gespannt, wann ich das erste mal mit dem Zug Richtung Süden rolle…

    1. Ja stimmt, mit ner ganzen Skiausrüstung ist das schon anspruchsvoller. Ich war mal mit meinen Schneeschuhen samt Stöcken unterwegs und musste da meine Stöcke sicher verpacken, damit keiner auf die Spitzen packt und sich dann durch die Hand sticht oder so… zumindest war die Schaffnerin leicht pikiert von meinem Gepäck… hust
      Autozug wäre auch ne Idee, hab ich aber bislang nicht probiert – wie Du sagst, billig ist das dann leider nicht und ich glaub, da gibts auch keine guten Sparangebote.

      Wenn man nur mit einem Rucksack plus bissl Ausrüstung unterwegs ist, dann geht mein Plan. Und sonst… doch mit Stau auf der A3? :-P Ätzend, was!?

      Liebe Grüße!

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