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Wildes Tal und Klosterruine im Schneegestöber – Winterwandern bei Calw

Leise rieselnder Pulverschnee, zarte Sonnenstrahlen und 18 Bachüberquerungen im Schweinbachtal standen auf unserem Tourenprogramm – die erste Winterwanderung 2016 für mich und direkt im wildromantischen Schweinbachtal im nördlichen Schwarzwald. Calw war unser Ausgangspunkt – mit seiner süßen Altstadt und den gemütlichen Cafés (ach ja, und Hermann Hesse-Stadt, da war was). Wir einigten uns schon jetzt, dass wir nach der Tour hier irgendwo einkehren müssten, ich roch den Kakao schon jetzt in meiner Nase. Auch an einem Sonntag findet man in der Nähe des Marktplatzes immer ein Café, das herrlich duftende Kuchen und mit Liebe zubereiteten Kakao anbietet.

Aber jetzt erstmal von vorne und in Ruhe. Wir waren unterwegs auf einer 16 km langen Wanderung mit mäßigen Höhenmetern. Unter meinem Post findet ihr die Tourdaten von Outdooractive.

Wanderung-Schwarzwald-Schweinbachtal (1)

Und dann ging es schon los ins Winter-Wonderland!

Nachdem wir in den Wald eingetaucht waren, verklang der Stadtlärm nach und nach, sodass wir der leisen Melodie des fallenden Schnees lauschen konnten. Es ging auf einem breiten Forstweg entlang, den ich im Sommer wohl mehr als langweilig gefunden hätte, aber im Winter sieht es einfach sehr romantisch aus – jede Schneeflocke ist ein wahres Faszinosum, das Wandern ist dadurch einfach abwechslungsreich.

Bald schon konnten wir einen ersten Blick auf die imposanten Ruinen der berühmten Klosteranlage von Hirsau erhaschen. Diese nun schneebedeckten Mauern waren im 11. und 12. Jahrhundert das wichtigste Reformkloster Deutschlands. Das wusste ich vorher jetzt auch nicht, vor allem, da in Hirsau nicht so der Bär steppt, aber die Ruine ist wirklich beeindruckend und eines der Highlights auf dem Weg. Hier haben wir auch unsere erste und einzige Pause eingelegt, einen Schneemann umarmt und etwas Obstler, um die Winterkehle zu wärmen.

Klosterruine-Peter-und-Paul-Hirsau (1)

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Jetzt wird die Tourenbeschreibung von Outdooractive etwas unverständlich, da wir nach Verlassen der imposanten Mauern keine blaue Route sehen.
Wer diese Wanderung also gerne einmal laufen möchte, sollte sich einfach vom Nordtor aus links bergab halten und hinter dem Parkplatz der Gaststube einbiegen Richtung Wildhegehe. Die neugierigen Tierchen riecht man aber eigentlich sowieso schon von der Straße aus.

Da wir kein Futter dabei hatten, waren wir nur begrenzt spannend. Uns führte der Weg dann einmal quer über ein Firmengelände, um dann aber immer dem Fluss folgend im Wald zu verschwinden. Aus dem geteerten Weg wurde schnell ein gemütlicher Waldweg, dem wir folgten, während neben uns der Schweinbach fröhlich vor sich hingluckerte und Myriaden von Schneeflocken mit sich forttrug.

Wanderung-Schwarzwald-Schweinbachtal (7)

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Je weiter wir das Tal hinaufstiegen, desto wilder wurde es. War der Pfad erst noch ein gut ausgebauter Waldweg, so verdichtete er sich nach und nach zu einem Schleichweg. Ich liebe solche Wege einfach.
Besonders schön waren auch die vielen Brücken und Quasi – Brücken,  die wir immer wieder querten. Zunächst waren es noch stabile Holzbrücken, die viel begangen werden. Je länger wir dem Pfad Richtung ‚Steinerne Brücke‘ folgten, desto spartanischer wurden die Konstruktionen. Nach der Hälfte des Tals hüpften wir munter über hübsch arrangierte Felsen, um den Bach zu queren.

Info: Diese Wanderung sollte sommers, aber vor allem winters nur begangen werden, wenn man trittsicher und vorsichtig ist. Die schneebedeckten Felsen müssen mit Konzentration überquert werden, will man nicht im Schweinbach landen.

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Insgesamt haben wir den Bach 16 Mal gequert, ich hätte noch stundenlang in dieser unberührten Wildnis weiter wandern können. Einziger Wermutstropfen war eine Straße, die oberhalb des Tals entlangführt. Zugegeben, es fahren dort nicht viele Autos entlang, aber wenn dann doch mal ein Motorengeräusch die Stille stört, dann nervt das schon etwas und die Illusion einer völligen Abgeschiedenheit ist dahin.

Kurz vor der Steinernen Brücke ging es dann wieder richtig bergan. Der Weg wurde etwas breiter, gangbarer, weg vom Bach und leitete uns bald aus dem Wald hinaus Richtung Altburg. Bei guter Sicht hat man von hier oben einen wunderbaren Ausblick auf Calw und die Weiten des nördlichen Schwarzwaldes. Wir hatten dafür zuerst ein wunderschönes Lichtspiel und dann weiße Schneevorhänge – natürlich hat uns das Wetterchen an dieser Stelle wieder eingeholt.

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Wir stapften einfach weiter über die Felder, immer weiter hinunter Richtung Stadt. Dank unseres Smartphones mit den GPX-Tourdaten fanden wir auch den angegebenen Naturpfad durch Gestrüpp und Sträucher, vorbei am Wurstbrunnenbach und standen bald wieder auf dem Marktplatz von Calw. Und jetzt war die Zeit gekommen für allerköstlichsten Käsekuchen aus dem Glas und einen dicken Zotter-Kakao im Café Montagnola – der perfekte Tourenabschluss.

Cafe-montagnola-calw

Wir hatten die Beschreibung und die GPX-Tourdaten der Outooractive-Tour „Wildes Tal und aussichtsreiche Höhe“ dabei. Mit diesen beiden Basics haben wir die Runde wirklich sehr gut meistern können – die Beschilderungen, denen man folgte (meist die gelbe Raute), waren überall gut sichtbar angebracht. So hatten wir auch bei Schneegestöber und definitiv winterlichen Verhältnissen keinerlei Probleme, den Weg gut zu finden.
Allein die Kilometer-Angabe bei Outdooractive stimmt nicht – die Tour umfasst knapp 16km und nicht 13 km.

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6 Kommentare zu “Wildes Tal und Klosterruine im Schneegestöber – Winterwandern bei Calw

    1. Hey Tessa,

      Deine Wintertour in Japan sieht auch sehr atmosphärisch aus! Und ja, Winter macht einfach enorm viel Spaß, nicht wahr?!

      Liebe Grüße!
      Corinna

    1. Ach Gert – bei uns ist der Schnee leider auch wieder weg. Die Tour war vor 2 Wochen. Letzte Woche waren wir auch unterwegs (Bericht folgt natürlich noch^^) und da waren nur noch traurige Schneeklumpen am Wegesrand übrig… Ich hoffe soooo sehr, dass der Winter nochmal wiederkommt!!!

      Grüßle,
      Corinna

  1. Wow – das ist ja ein wahres Winterwunderland. Genau solche Bilder und Berichte machen Lust die Couch zu verlassen und raus in die Natur zu gehen. Habt ihr überhaupt eine Menschenseele unterwegs getroffen? Eher nicht, oder? Schön auch, dass ich jetzt ein neues Wort kenne: Faszinosum. Werde ich mir definitiv merken – gefällt mir. :)

    Falls du bzw. deine Leser auf der Suche nach passenden Schneeschuhtouren seid, dann schaut gerne mal auf unserem Portal vorbei. Wir haben ganz neu Schneeschuhtouren des Rother Bergverlags bei uns (www.enziano.com) online. Jede Tour kann ganz einfach einzeln gekauft werden, ohne dass ihr euch gleich den kompletten Führer zulegen müsst.

    Ich hoffe, dieser Kommentar ist hier willkommen
    LG Steffi

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