Anschmiegsam im Handling und hart im Nehmen: der JVC Outdoor-Camcorder GZ-R15BEU mit Full-HD Aufnahmen

So nah dran und quasi mitten drin – wenn man auf Tour filmt, können die Situationen im Nachhinein so richtig intensiv miterlebt werden. Aber gerade bei Outdoor-Aktivitäten stellt sich oft die Frage: hält das meine Kamera überhaupt aus?

Daher stelle ich euch heute den JVC Camcorder GZ-R15BEU vor, der mich bereits beim Stand Up Paddling, beim Klettersteig und im Hochseilgarten begleitet hat – und noch keine einzige Macke aufweist, obwohl ich bekannt dafür bin, mit meinen technischen Begleitern nicht gerade zimperlich umzugehen…

Ein Camcorder für jedes Wetter mit simplem Handling

Im Grunde funktioniert es ganz einfach: den integrierten Akku laden über Mini-USB, SD-Karte einstecken und losfilmen. Sie liegt gut in der Hand und schmiegt sich dank des Stabilisierungsriemens gut in die Handfläche. Sie schaltet sich von selbst ein, sobald man den schwenkbaren Display öffnet. Jetzt wird sich erstmal beschnuppert: Fotos bis 10 MB und Videoaufnahme in Full-HD sind möglich. Während des Filmens lassen sich auch Fotos machen (mit geringerer Qualität, bis 2 MB – die Qualität hier ist aber wirklich nur im wahrsten Sinne des Wortes ‚berauschend‘). Mittels des Touch Displays (das nicht so leichtgängig ist wie gedacht) kann man einige praktische Einstellungen vornehmen:

  • Automatische Gesichtserkennung (ist sie aktiviert, werden die perfekten Werte für Belichtung und Schärfe automatisch auf die Gesichter abgestimmt)
  • automatische Bildaufhellung on/off/Auto slow shutter
  • Serienbildaufnahme
  • Bildstabilisierung (A.I.S.) on/off
  • Windfilter on/off/Auto
  • 3-stufig verstellbare Aufnahmequalität der Videos
  • 40-fach optischer Zoom
  • Zoom-Mikrofon
  • Time-Lapse
  • Effekte: monochrom & körnig, Sättigung erhöht (Essen), Sättigung verringert (Baby)

Technische Datenjvc-outdoor-camcorder-gz-r15-beu (6)

Die konkreten Daten für alle Cracks da draußen findet ihr hier. Diese Tabellen jetzt einzuarbeiten wäre langweilig und produziert nur unnötige Zeilen. Daher nur kurz meine persönlichen Favoriten:

  • Quad Proof-Gehäuse (das Ding hält echt alles aus)
  • Konica Minolta HD-Objektiv
  • zuverlässige Bildstabilisation
  • Objektiv mit Gorilla Glas, das besonders kratzfest und bruchsicher ist
  • langlebiger Akku von ca. 4,5h reiner Aufnahmezeit (Herstellerangaben und ich kann es bestätigen)
  • 40-fach optischer Zoom (mit erstaunlich gutem Makro)

 

Meine Erfahrungen mit der JVC-Outdoor-Cam

Der erste Härtetest für die Cam war beim SportScheck OutdoorTestival 2014 im Trentino. Daher ist mein Film für diesen Testbericht auch gleichzeitig eine wundervolle Erinnerung an das lange Wochenende am Molvenosee.
Es war für mich relativ ungewohnt, mit einer extra Filmkamera herumzulaufen, denn schließlich kann jede Kompaktkamera auch Videos machen. Ich hatte aber nun von JVC die Möglichkeit bekommen, eine Cam extra für Outdoor-Touren zu testen – super gut, dann mal los!
Da es ein Camcorder für draußen ist, muss er auch einiges aushalten – so meine Voraussetzung. Dass das Gehäuse wasserdicht bis 5m ist, stoßfest für Stürze aus bis zu 1,5m, staubdicht und frostbeständig bis -10°C waren daher perfekte Voraussetzungen dafür, dass die Cam wirklich hält, was sie verspricht.
Als ich sie bei ihrem ersten Einsatz, dem Stand Up Paddling, dabei hatte, wurde ich von einigen Seiten schief angeschaut und als mutig bezeichnet, die Cam mit aufs Wasser zu nehmen. Ach Leute – so geschickt bin ich nicht, dass ich sie niemals nie ins Wasser fallen lassen würde – sie ist doch wasserdicht! Zur Sicherheit habe ich mir sogar noch ein Band dran gemacht und es an meiner Hose befestigt. Sie kann ja gerne 5m wasserdicht sein, nur wenn ich dann nicht mehr an sie dran komme, weil sie auf dem Seegrund liegt, hilft mir das auch nicht.

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„Das Teil ist outdoor, es muss das verkraften können!“

Zunächst war ich wirklich noch vorsichtig, denn was, wenn sie doch nicht wasserdicht ist… Die Kamera hat eine einzige Klappe, hinter der sich sämtliche Anschlüsse befinden. Das ist gut, denn je weniger Öffnungen, desto weniger Möglichkeiten, dass irgendwo Wasser hereinlaufen kann. Komplett geschlossen ist diese eine Klappe dann, wenn man keine roten Markierungen mehr beim Verschlussmechanismus sieht. So weit, so gut. Unsicher war ich trotzdem…
Der erste Tauchgang der Cam war ein Moment des angehaltenen Atems! Tropfnass holte ich mein Baby wieder aus dem Wasser und siehe da: sie funktioniert noch!
Natürlich funktioniert sie noch. Warum auch nicht… meine anfängliche Skepsis war purer Abenteuerlust gewichen! Die Cam kam mit, überall. Da ich von Natur aus faul bin, wollte ich sie aber nicht immer wieder wegpacken, denn die Technik muss immer schnell zur Hand sein, wenn das perfekte Motiv einem vor die Nase springt. Also ab mit der Cam in eine Außentasche des Rucksacks! Aber Moment… irgendwas fehlt doch… ich vermisste einen Objektivdeckel oder irgendetwas, das die Linse schützt! Es fällt mir bis jetzt noch schwer, zu akzeptieren, dass diese Cam keinen Schutz braucht, da Gorilla Glas einfach echt beständig sein soll. Bis jetzt habe ich es nicht geschafft, der Linse eine Macke zuzufügen. Und das, obwohl ich die Cam im Hochseilgarten gnadenlos am Gürtel habe baumeln lassen, sodass sie überall angestoßen ist. Aber hey, das Teil ist outdoor, es muss das verkraften können!

Absolut begeistert, gerade im Vergleich zu Filmaufnahmen von Kompaktkameras oder gar Smartphones, bin ich von der Bildstabilisierung. Mir wird von Aufnahmen ‚aus dem Handgelenk‘ beim Zuschauen häufig irgendwie etwas übel, einfach weil die Bewegungen zu ruckartig und hart sind. Aber bei dieser Cam verarbeite ich sogar Aufnahmen aus dem Gehen heraus!
Darüber hinaus ist die Filmqualität echt gut und daher auch nicht im mp4-Format. Es gibt immer wieder ein paar Ausreißer ins Überbelichtete, aber unbeständige Lichtverhältnisse sind auch das gemeinste, was einem Film passieren kann. Was mich allerdings gewundert hat, gerade bei Selfie-Aufnahmen, war der enge Aufnahmewinkel. Mit gestrecktem Arm bekommt man trotzdem nur gerade den Kopf drauf (und nein, meine Arme sind nicht besonders kurz geraten). Sehr positiv ist dafür der gute Zoom. 40-fach optischen Zoom samt Zoom-Mikrofon sind gerade für Draußenaufnahmen perfekt geeignet. Und da ich so ein Makro-Fanatiker bin, musste ich natürlich auch hier die Grenzen austesten. Schaut’s euch selber an – ich finde meine Schwebefliege absolut entzückend (und sie meinen Kletterhelm wohl auch).

Klappe die erste – so sieht’s in der Verarbeitung aus

Diese echte Outdoortauglichkeit bringt einen dazu, den JVC Camcorder immer wieder gern mitzunehmen. Es ist ein sorgenfreies Filmen und die Freude auf die Materalsichtung und -verarbeitung danach ist umso größer.
Andrea und Peter Schlickenrieder waren sehr interessiert an meiner kleinen Cam, als wir gemeinsam Trentiner Spezialitäten schnuckerten und wir unterhielten uns eine kleine Weile darüber. Etwas anspruchsvoller (weil nicht einfach mp4 mit geringer Qualität) ist nämlich das Aufnahmeformat bei dieser Cam: AVCHD(Dateiendung .mts) eignet sich hervorragend, um hochwertige Videoaufnahmen aufzunehmen und dann in Programmen wie iMovie und Final Cut Pro X zu bearbeiten. Habe ich aber leider beides nicht. Ich hatte gehofft, dass die mitgelieferte Software Pixela Everio Browser 4 mir die Umwandlung in ein ‚einfaches‘ Format ermöglichen würde, was aber leider nicht der Fall war. Abspielen kann der Windows Media Player sie allerdings unter Windows 8 und auch der Movie Maker hatte keine Probleme mit dem Dateiformat. Nur unter Windows 7 ging es leider nicht. Schade eigentlich.
Mein Tipp für alle ohne Windows 8: Abspielen könnt ihr die Videos über den kostenlosen VLS Media Player und erschwinglich im Preis ist für die Videobearbeitung (und im Grunde auch echt besser als der MovieMaker) der Magix Videomaker.

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Mein Fazit

Die JVC GZ-R15BEU ist eine gute Outdoor-Cam, die klasse Aufnahmen macht ohne dass man sich erst in das Gerät einarbeiten muss – man hat allerhand Einstellungen, die man manuell verändern kann und so für den Eigenbedarf perfekt einstellen kann. Welches Wetter bei den Aufnahmen herrscht, ist ihr auch herzlich egal, da sie einfach gegen alles immun ist: wasserdicht, stoßfest, staubdicht und kälteunempfindlich – so macht sie sich sogar für mich Rabauken zu einer treuen Begleiterin auf Tour. Einzig, sie ist keine Action-Cam für einen Solo-Trip. Da sie sich nicht am Helm oder am Handgelenk befestigen lässt, braucht man immer eine Hand zum Halten und Filmen (oder einen Kameramann). Das war gerade am Klettersteig manchmal etwas umständlich – aber dafür ist ihre Filmqualität um einiges besser, als manch andere Outdoor-Cam (einen konkreten Vergleich zwischen JVC und GoPro findet ihr hier). Hier muss man einfach wissen, welche Art von Touren man mit welcher Technik unternehmen möchte. Insgesamt ist sie mit ihren 286g ein qualitativ schöner Kompromiss zwischen Smartphone-Film und der super professionellen Ausrüstung.

Lieferumfang

  • Core-Filter
  • Netzteil
  • Stromkabel
  • Adapterkabel
  • AV-Kabel
  • Benutzerhandbuch

Details

Überzeugend Verbesserungswürdig
♥ überzeugender Bildstabilisator ♦ Software MediaBrowser Everio 4
♥ Zoom-Mikrofon ♦ recht enger Aufnahmewinkel
♥ Konica Minolta HD-Objektiv mit Gorillaglas ♦ AVCHD-Format nicht ohne Weiteres zu bearbeiten
♥ 4,5h Aufnahmezeit (Akkulaufzeit) ♦ braucht 4 Sekunden bis Aufnahmestart
♥ wasserdicht bis 5m ♦ Bedienung nur mit der rechten Hand (durch Display auf der linken Seite)
♥ stoßfest bis aus 1,5m Höhe (♦ kein Objektivdeckel)
♥ staubunempfindlich ♦ Fotoqualität bei Videoaufnahme mäßig
♥ kälteunempfindlich bis -^0°C ♦ leicht überbelichtete Aufnahmen
♥ Tonqualität
♥ Makroaufnahmen & Zoom
♥ schwenkbares 1/5,8“ Zoll-Display
♥ Speicherkarten-Camcorder (SD/SDHC/SDXC)
♥ Preis: 329,00 € UVP des Herstellers

 

Axel von der Outdoorseite hat auch über die kleine Cam geschrieben.

Vielen Dank an JCV für die Bereitstellung dieses Camcorders!

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